Remmidemmi im Renault: Der Renault 5 ist noch nicht mal zwei Jahre auf dem Markt, als Renault Deutschland ihn zur Grundlage für die erste vollwertige Marken-Rennserie für den Nachwuchs macht. 

Die Rennpremiere in Hockenheim im April 1974 wird legendär. Das Motodrom ist ausverkauft, über 80.000 Zuschauer wollen das Formel 2-EM-Rennen sehen.

Vorgelagert ist die Renn-Premiere des Renault 5-Pokals über zehn Runden. 40 Starter haben sich qualifiziert, alle mit identischen Renault 5 TL und 56 PS. Festpreis rennfertig: 9.950 Mark. Allein der Preis gilt als Sensation, denn kaum ein anderes Rennfahrzeug ist unter der 10.000-DM-Marke zu haben.

Was die Zuschauer zu sehen kriegen, versetzt sie in pure Verzückung. Johlend und mit Böllerschüssen begleiten sie jedes Einbiegen des Pulks ins Motodrom. Der Grund für den Lärm ist bald ausgemacht: Fast in jeder neuen Runde löst sich ein 5er aus der Formation, kippt um oder überschlägt sich gar.

Derweil verfinstern sich die Mienen der am Start- und Zielhaus versammelten Renault-Führungsriege mit jedem weiteren Publikumsaufschrei. Als die Zielflagge endlich Erlösung bringt, zählt man ein rundes Dutzend Totalschäden und ehrt den 27-jährigen Harald Grohs aus Essen als Sieger.